Wie hat alles angefangen? – Die ersten Betrügereien

Az online tér

nem játszótér!

The online space

is not a playground!

Der Online-Raum ist

kein Spielplatz!

L’espace en ligne

n’est pas un terrain de jeu!

Vor ein paar Jahren, als wir noch nicht so viel Zeit vor dem Computer verbracht haben wie heute, gab es Betrügereien natürlich schon.
Damals wollten sie genauso an unsere Daten, Ausweise und natürlich unser Geld kommen – nur mit anderen Mitteln.

Damals brauchte es noch viel mehr Mut, Wissen und oft auch Entschlossenheit, um jemanden zu betrügen. Denn man saß nicht bequem zu Hause vor dem Rechner oder gemütlich im Bett mit dem Handy – man musste im echten Leben, von Angesicht zu Angesicht agieren. Man schaute dem Opfer direkt in die Augen, zeigte sein eigenes Gesicht, hörte seine eigene Stimme.

Man konnte die Nervosität nicht verstecken. Man konnte nicht einfach eine Nachricht „zurücknehmen“, wenn sie einem nicht gefiel – denn die Kommunikation lief mündlich ab. War das Wort einmal ausgesprochen, gab es kein Zurück. Bestenfalls konnte man sich noch irgendwie herausreden.

Natürlich – echte Profis konnten sich aus jeder Lage herauswinden. Aber die meisten trafen wir damals kaum – sie jagten lieber die „großen Fische“, wo richtig viel Geld zu holen war. Auf uns „kleine Leute“ hatten sie es eher nicht abgesehen.

Dann kam das Internet. Und mit ihm – die Cyberkriminalität.
Cyberkriminalität ist jedes Verbrechen, das nicht von Angesicht zu Angesicht passiert, sondern über elektronische Kanäle – sei es Telefon, E-Mail, Webseiten, Chats, Dating-Apps oder SMS.

Manchmal sassen die Täter direkt nebenan im Büro.
Manchmal auf der anderen Seite der Welt, tausende Kilometer entfernt.

Manche Cyberkriminelle beobachten ihr Opfer sogar im realen Leben:
Wo arbeitest du? Wo wohnst du? Wo kaufst du ein? Was sind deine Hobbys?
All diese Informationen werden gesammelt – und dann gegen dich verwendet.

Aber: Diese Art der Betrügerei war teuer, aufwendig und zeitintensiv.
Nur wenn der potenzielle Gewinn wirklich groß war, hat sich der Aufwand gelohnt.

In diesen Zeiten war die gemeinsame Sprache noch extrem wichtig:
Betrüger aus anderen Ländern, die eine andere Sprache sprachen, hatten es schwer.
Vertrauen aufzubauen war schwierig – und ein großer Betrug über Sprachbarrieren hinweg? Fast unmöglich.

Je mehr die Welt zusammenwuchs, je mehr wir über Grenzen hinweg kommunizierten, desto mehr verschwammen diese Sprach- und Landesgrenzen auch bei den Betrügern.

In dieser Ära war es noch relativ einfach, einen Betrugsversuch zu erkennen:
Wenn dich jemand elektronisch kontaktierte, dann oft auf Englisch – oft in schlechtem, fehlerhaftem Englisch oder mit Texten aus Übersetzungsprogrammen.

Die Nachrichten waren voller Rechtschreibfehler, komischer Satzstellungen, schief übersetzter Formulierungen, die auf Ungarisch schlicht keinen Sinn ergaben.

Damals war es ein riesiger Vorteil, dass wir Ungarisch sprechen –
eine Sprache, die weltweit nur wenige Menschen beherrschen.

Für Betrüger lohnte es sich schlicht nicht, ihre Energie in so eine komplizierte Sprache zu investieren.
Und ehrlich gesagt – sie wussten auch: In Ungarn würden sie kaum Leute finden, die richtig viel Geld haben, das man ihnen abknöpfen könnte.

Kurz gesagt:
Unser „Exotenstatus“, unsere eher schwache Wirtschaftslage und unsere kleine Bevölkerung schützten uns – für einmal waren unsere „Nachteile“ echte Vorteile! 😄

Natürlich gab es auch damals Betrugsversuche – aber meist lokale, amateurhafte Nummern, die oft schnell aufgedeckt wurden.

Die Zeit der Handykarten-Betrügereien

Eine Zeit lang boomte eine besondere Betrugsmasche: Frauen (oder Männer, die sich als Frauen ausgaben) erschlichen sich auf Chat-Plattformen Handy-Guthabencodes.

Sie bauten eine „freundschaftliche“ Beziehung zum Opfer auf – oder machten gleich auf grosse Liebe.
Sie sprachen plötzlich die gleichen Hobbys an, dieselbe Musik, dieselben Sportarten. Alles, um Vertrauen zu gewinnen.

Manche Chats zogen sich über Wochen oder Monate – andere gingen von der ersten Begrüssung bis zur ersten Bitte um eine Handykarte in ein paar Stunden.

Vor allem bei Männern lief es oft auf schnelle sexuelle Versprechen hinaus: Sie sollten glauben, die andere Person wolle unbedingt mit ihnen schlafen.

Und am Ende kam immer die Bitte: „Kannst du mir eine Aufladekarte schicken? Ich habe kein Geld für ein Telefonat – aber ich will unser Treffen unbedingt planen!

Durchschaubar?
Ja.
Wirklich so leicht zu erkennen?
Nein.
Sind viele darauf reingefallen?
Sehr viele.

Warum?
Weil die Betrüger perfekt darin waren, die Opfer einzulullen.
Mit langen, tiefen Gesprächen bauten sie ein Vertrauen auf, das alle Zweifel auslöschte.

Damals war diese Art Betrug neu.
Niemand dachte, dass hinter freundlichen Nachrichten ein Betrüger stecken könnte.

Warum hat sich das nicht schneller herumgesprochen?

Warum gingen die Opfer nicht einfach zur Polizei?
Warum blieben die meisten Fälle geheim?

Die Antwort ist einfach: Scham.
Es ist schwer, sich einzugestehen, dass man hereingelegt wurde.
Noch schwerer, es öffentlich zuzugeben.

Manche Opfer wurden mehrmals hintereinander abgezockt – zwei-, drei-, viermal – bevor sie überhaupt merkten, dass sie betrogen wurden.

Und wie hörte das auf?

Weil sich die Nachricht verbreitete?
Weil die Polizei die Täter schnappte?

Nein.

(Tatsächlich wurde meines Wissens niemand deswegen verhaftet.)

Die Antwort:
Die Prepaid-Ära endete.

Die Leute wechselten auf Laufzeitverträge – Aufladekarten wurden selten.
Es lohnte sich einfach nicht mehr, Energie in solche Betrügereien zu stecken.

Die Betrüger suchten sich neue, profitablere Methoden.

Und heute?

Mit dem technischen Fortschritt – und dem Aufkommen von KI – hat sich die Welt radikal verändert.

Wir alle sind heute mitten im Fadenkreuz der Cyberkriminellen.

Wie genau und warum?
Das verrate ich im nächsten Teil dieser Serie.

– Zoltán

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