Oder: Ein Betrug in der Welt der Online-Arbeit

„Dich interessieren immer nur die unmöglichen Dinge.“
Das hat mein lieber Papa früher oft zu mir gesagt.

Mit diesem Satz habe ich im Dezember 2024 meine Geschichte auf LinkedIn veröffentlicht. Die Geschichte, wie ich im Internet betrogen wurde.

Sehr viele haben sie gelesen. Ich bekam unzählige Rückmeldungen, Kommentare – die meisten natürlich privat.

Klar, ich könnte jetzt schreiben, wie großartig mein Comeback auf LinkedIn war…
Aber ganz so einfach ist es nicht.

Denn da ist erstmal diese Scham.
Diese Wut. Das Gefühl von Enttäuschung – über mich selbst.
Dass ich auf so etwas hereinfallen konnte. Dass ich manipuliert wurde.
Und ja, da ist auch die Frage: Warum ist das passiert – und was kann ich daraus lernen?

(Wobei, Hand aufs Herz: Bevor es zu „Was habe ich daraus gelernt?“ kommt, steht erstmal eine ganze Mischung aus Schock, Ärger, Enttäuschung und Traurigkeit.)

Der Mensch funktioniert eben so: Solange es nicht einen selbst betrifft – so richtig, tief persönlich – glaubt man nicht, dass es einem passieren kann.

Aber es kann.

Auch Dir.

Jederzeit.

Deshalb erzähle ich Dir hier, was mir passiert ist.

Meine Geschichte

Anfang Dezember schrieb mich eine angeblich amerikanische Firma über Facebook Messenger an.
Schon das war mein erstes Red Flag – ein Jobangebot per Messenger?

Der Auftrag:
Ein ellenlanger englischer Fachtext, zu übersetzen und exakt zu formatieren –
und das alles übers Wochenende.

Und ja, es wurde ordentlich Geld versprochen.
Fast zu gut, um wahr zu sein.
Zweites Red Flag: Ein fast unrealistisch hoher Betrag bei knallharter Deadline.

Natürlich ist man verletzlich, wenn man Geld braucht.
Und seien wir ehrlich: Wer braucht es nicht?

Und bei mir kam noch etwas dazu:
Als kleine Perfektionistin reizte mich die Herausforderung – ich wollte zeigen, was ich kann.

Also machte ich mich an die Arbeit. Ich übersetzte fast 80 Seiten. Ich nutzte KI zur Unterstützung – aber alles wurde sorgfältig überarbeitet und lektoriert.
Ich war richtig stolz auf das Ergebnis: sauberes, gut lesbares Deutsch, perfekte Formatierung. Von Freitagabend bis Sonntagabend habe ich kaum geschlafen – aber ich wollte liefern.

Und dann kam die Überraschung.

Nur fünf Minuten (!) nach dem Absenden bekam ich eine Nachricht:
„Alles super, vielen Dank!“

Drittes Red Flag: Wer überprüft 80 Seiten in fünf Minuten?

Aber es kam noch besser – oder schlimmer:
Plötzlich sollte ich Geld überweisen, damit sie mich bezahlen konnten.

Viertes Red Flag, und was für eins.

Ja, Du hast richtig gelesen:
Ich, die den Job gemacht hat, sollte zahlen – angeblich wegen Währungsumrechnungen und Transaktionsgebühren.

Und ja: Ich habe gezahlt.

Obwohl ich jahrelange Online-Erfahrung habe. Obwohl ich all diese Warnzeichen sah.
Warum? Weil ich sie nicht sehen wollte.
Ich wollte glauben, dass ich die Ausnahme bin.
Dass mir so etwas nicht passiert.

Tja, ist es aber.

Sie behaupteten, das Geld sei auf ein Konto bei einer amerikanischen Bank überwiesen worden –
👉 https://citycb.org – eine gefälschte Website.
Man richtete mir dort ein „Konto“ ein.

Dann hiess es: Ich müsse zwei Zahlungen leisten, um spezielle Zugangscodes zu erhalten, ohne die ich nicht auf mein Geld zugreifen könne.
Natürlich funktionierte das alles nicht.

Ich verlor eine sichtbare Summe – und irgendwann wachte ich auf.
Der Punkt, an dem ich wirklich wach wurde, war die nächste Forderung:
Ich solle auch noch die jährliche Gebühr für einen angeblichen Broker zahlen.

Da war Schluss.

Ich sagte Nein, meldete die Zahlungen bei PayPal und meiner Bank, ließ meine Karte sperren.
Etwas in mir klickte um – stärker als jeder Verstand.
Vielleicht war es einfach Selbstschutz.

Ich stoppte alles.

Aber da war’s schon zu spät.

Ich war betrogen worden.

Und was dann?

Ich habe meine Geschichte veröffentlicht. Menschen begannen, mir zu folgen. Ich sprach viel darüber. Ich begann zu recherchieren, zu lernen – und fand viele Informationen.

PayPal erstattete mir zwei der vier Transaktionen. Eine blieb verloren.
Eine weitere wurde abgelehnt – ohne Möglichkeit, Einspruch einzulegen.

(Darüber werde ich wohl auch noch einen Blogartikel schreiben.)

Und dann geschah etwas Entscheidendes: Zwei Freundinnen schickten mir fast gleichzeitig den Link zu Ada’s Seite
AlertInsight.ch

Ich schaute sie mir an, kommentierte, Ada schrieb mir.
Und der Rest?
Ist Geschichte.

Ich wurde betrogen.
Ich habe Geld verloren.
Aber ich bin noch da.

Und ich bin jetzt eine Botschafterin von AlertInsight.ch.

Ich setze mich dafür ein, dass möglichst viele Menschen davon erfahren –
und dass Dir sowas niemals passiert.


🚩 RED FLAGS – NOCHMAL KLAR UND DEUTLICH:

  • Jobangebot über Facebook Messenger

  • Unrealistisch hohe Bezahlung bei extrem kurzer Frist

  • Prüfung der Arbeit in 5 Minuten

  • Nach Abgabe sollst Du zahlen, damit sie Dich bezahlen können

🚩 UND WEITERE WARNZEICHEN:

  • Offizielle Mails kommen von einer gmail-Adresse

  • Für alles gibt es sofortige Lösungen

  • Übertrieben freundlich, hilfsbereit und vertrauensvoll

  • Sobald es ums Zahlen geht: Druck, Dringlichkeit, Stress

Dorka

Über Alert Insight

Diese Seite habe ich für diejenigen erstellt, die auf irgendeine Weise betrogen, hintergangen oder deren Vertrauen im Internet missbraucht wurde. Das Hauptziel dieser Seite ist es, Informationen bereitzustellen, Aufklärung zu leisten und eine Gemeinschaft aufzubauen, damit meine Botschaft so viele Menschen wie möglich erreicht – sei es Frauen oder Männer – nämlich: 'Lass nicht zu, dass dir passiert, was mir passiert ist.'