
…ein Einstieg in die Welt des Online-Datings
Als ich meine erste Dating-App – Meetic – heruntergeladen habe, geschah das nicht aus Testzwecken. Ich tat es, weil ich große Angst davor hatte, allein zu sein. Damals wusste ich noch nicht, dass man eine Scheidung – vor allem im Ausland – erst einmal verarbeiten und betrauern muss. Obwohl ich technisch gesehen nicht allein war, fühlte ich mich innerlich leer. Mit dem Wissen von heute würde ich Dating-Apps meiden. Aber damals trieb mich ein innerer Drang, es allen zu beweisen: Ich zeige es euch!
Was dann geschah: Ich wurde Opfer eines Krypto-Betrugs.
Und das war der Auslöser für einen Prozess, an dessen Ende ich meine Webseite gründete.
Denn alles begann mit einer Dating-App.
Einem Ort, an dem man sich – oft in einem verletzlichen Zustand – der Welt zeigt, oder besser gesagt: dem virtuellen „Fleischmarkt“.
Naiv beantwortete ich jede Frage, teilte bereitwillig alles. Rückblickend hätte ich mir fast ein Schild auf die Stirn kleben können: „Perfektes Opfer – bitte zugreifen!“ Ich war einfach nur neugierig – und grenzenlos naiv.
Doch die Realität holte mich schnell ein: Dating ist heute weniger ein Weg zu echter Verbindung, sondern vielmehr ein Spiel aus Algorithmen, Profilbildern und schnellen Entscheidungen. Ob kostenpflichtig oder gratis – wir wissen: Unsere Daten sind wertvoller als jede App, die wir nutzen.
Die erste App, die ich ausprobierte, war Meetic. Nach meiner Strafanzeige erfuhr ich, dass die Polizei mit dem Betreiber der App in Kontakt getreten war. Anfangs war dieser wenig kooperativ – später jedoch hilfsbereit, als ein weiteres Opfer über dieselbe Plattform hereingelegt wurde.
Da fasste ich den Entschluss:
Ich werde alle Dating-Apps offen und ehrlich testen.
Damit jeder für sich entscheiden kann, ob er sich auf dieses Abenteuer einlassen möchte – und sich auf das vorbereiten kann, was ihn dort erwarten könnte.
Ich möchte auch die Plattformbetreiber sensibilisieren:
Es ist ihre Pflicht, die Nutzer:innen aufzuklären.
Und leider passiert das in vielen Fällen nicht – auch wenn es zum Glück einige positive Ausnahmen gibt.
Ich habe viele Apps ausprobiert. Und mir wurde immer klarer: Diese Welt steckt voller Möglichkeiten – aber auch voller Risiken.
Ich stellte fest, dass viele Menschen nicht auf diese neue Form des Datings vorbereitet sind.
Sie wissen nicht, worauf sie achten müssen, wie sie Fake- oder KI-Profile erkennen können oder wann es Zeit ist, weiterzugehen.
Also entschied ich: Wenn ich mich schon ins Getümmel stürze, dann nicht nur für mich – sondern für andere auch.
Mit der Zeit beobachtete ich weniger meine eigenen Gefühle und mehr die Funktionsweise der Plattformen im Hintergrund.
Ich begann, auf Details zu achten:
Wie sicher ist die Plattform?
Gibt es offensichtlich KI-generierte Profile?
Wie schnell bekommt man Antworten?
Kann man Profile melden oder blockieren?
Lässt sich das eigene Profil leicht löschen?
Können andere meine Bilder speichern oder Screenshots machen?
Einmal hatte ich sogar ein Abo, das auch drei Monate nach Löschung meines Profils weiter abgebucht wurde – weil das Löschen nicht automatisch zur Kündigung führte.
So entstand die Idee, meine Erfahrungen zu sammeln – um anderen zu helfen, sich in dieser manchmal verwirrenden, aber spannenden Welt besser zurechtzufinden.
Ich wurde mir zunehmend bewusst, dass auch die Betreiber der Apps Verantwortung tragen. Nicht nur für die technische Funktion, sondern auch für den Schutz der Nutzerdaten.
Wie leicht ist es, ein neues Profil zu erstellen?
Gibt es eine echte Verifizierung?
Wird moderiert? Gibt es einen funktionierenden Support?
All das entscheidet darüber, wie sicher eine Plattform ist und wie menschlich sie sein kann.
Denn diese Apps sind nicht nur ein Geschäft.
Sie sind soziale Räume. Und damit tragen sie auch eine gesellschaftliche Verantwortung.
Traurigerweise sind Betrüger nicht wählerisch.
Sie suchen ihre Opfer dort, wo sie am verletzlichsten sind – und wo wäre das einfacher als auf einer Dating-Plattform?
Ada










